Der Ysop, Hyssopus officinalis, ist ein naher Verwandter von Thymian und Salbei. Wird Ysop zwar vorwiegend als Würzkraut verwendet, trotzdem sollten seine Fähigkeiten als Heilpflanze nicht unterschätzt werden, denn sein Einsatzspektrum ist vielfältig.

Das wusste man schon im späten Mittelalter. Nach dem Kräuterbuch von P. A. Matthioli, Leibarzt von Erzherzog Ferdinand II. und Kaiser Maximilian II., wurde das Kraut gegen Magen- und Darmbeschwerden, Wurmbefall, Husten und Wassersucht verwendet. Dazu wurde der Sud von Ysop in Wein gelöst oder als Tee getrunken. Genauso häufig wurde die Pflanze als natürliches Pflaster verwendet.

Wo Ysop wächst

Ursprünglich stammt die Pflanze aus Süd- und Osteuropa, wurde jedoch schon früh nach Mitteleuropa gebracht. Bereits die Germanen kannten Ysop und verwendeten ihn sowohl zur Zubereitung von Speisen als auch zur Herstellung von Arzneien. Auf steinigen Hängen mit kalkhaltiger Bodenstruktur fühlt sich das Heilkraut am wohlsten. Deshalb findet man es oft an Burgmauern und anderen Natursteinmauern, die kräftiger Sonnenbestrahlung ausgesetzt sind.

Erkennungsmerkmale und Ernte

Ysop ist eine mehrjährige und ausdauernde Pflanze, deren Sprossachse mit der Zeit verholzt. Aus diesem Grund wird sie auch den Halbsträuchern zugeordnet. Ihre durchschnittliche Wuchshöhe beträgt zwischen 50 und 80 cm. Die hohlen, vierkantigen Stängel sind mit kleinen Drusenhaaren besetzt.

Wirkung und Anwendung

Bereits Hildegard von Bingen beschrieb Ysop als Mittel gegen Atemwegserkrankungen mit Husten. Rund 3000 Jahre später notierte der englische Apotheker und Gelehrte Nicholas Culpeper die Anwendungsgebiete: Husten, Heiserkeit, Atembeschwerden, Zahnweh sowie frische Wunden und Schnitte. Ysop enthält adstringierende Gerbstoffe, Bitterstoffe und Flavonoide, weswegen er antibakterielle, antioxidative und sogar antivirale Eigenschaften besitzt.

Achtsamer Umgang: Bei der Anwendung von Ysop sollte man bedacht vorgehen. In zu hohen Dosen kann das Heilkraut sich giftig auswirken.

Ysop in der Küche

Zum Würzen werden sowohl die frischen als auch getrockneten Blätter verwendet. Geschmacklich sind frische Kräuter den trockenen vorzuziehen, da sie ein intensiveres Aroma und einen würzigeren Geschmack besitzen.

Ysop als Räucherwerk

In der Esoterik wird Ysop reinigende Kräfte zugesprochen. Sie hilft, Schuld aufzuarbeiten, fördert Einsicht und wirkt segnend. Als warmes und krautiges Räucherwerk unterstützt Ysop, einen konstruktiven Weg und eine klare Sichtweise zu finden.