Der Weißdorn, Crataegus monogyna, hat eine Lebenserwartung von über 500 Jahren. Ein Alter, mit dem er im Vergleich zu anderen Kräutern deutlich hervorsticht. Der Fanclub von Weißdorn umfasst wohl viele prominente Mediziner und Kräuterkundige – darunter der Naturheilkundler Sebastian Kneipp und der griechische Arzt Pedanios Dioskurides, der schon im ersten Jahrhundert nach Christus eine Anwendung bei Milzerkrankungen, Nierensteinen oder Brustfellentzündungen empfahl.

Neben seiner heilenden Wirkung wurde Weißdorn bis in das 20. Jahrhundert hinein aufgrund seiner Nahrhaftigkeit verzehrt. Seine Früchte wurden zu Mus verarbeitet oder als Ersatz für Mehl verwendet, aus den gerösteten Kernen gewann man Kaffee.

Wie man Weißdorn erkennt

Seinen Namen hat der knorrige Weißdorn seinen weiß gefärbten Blüten und seinen Dornen zu verdanken, die bis zu zwei Zentimeter lang werden und an den noch jungen Trieben wachsen. Wer Weißdorn ernten will, der muss nicht lange suchen. Durch seine glänzend roten Beeren sticht er einem sofort ins Auge. An wohlen fühlt er sich an Wegrändern und Hecken oder eine Wuchshöhe von bis zu 10 Metern erreichen kann. Sein Holz ist rötlich und hart, die Rinde dunkelgrau und glatt.

Wirkung und Anwendung

Die Sammelzeit für Weißdorn beginnt im April bis Mai, wo die jungen Blätter geerntet werden. Darauf folgen die Blüten – sie steckt mitsamt den Blättern von Mai bis in den Juni. Die Erntezeit der Früchte liegt im September. Diese Pflanzenteile enthalten Flavonoide, Oligomere Procyanidine, Phenolcarbonsäuren, Gerbstoffe, Saponine und speziell einen hoher Vitamin-C-Gehalt. Die therapeutisch relevante Wirkung betrifft die Kontraktionskraft des Herzmuskels, die mit Weißdornextrakten positiv beeinflusst werden kann. Darüber hinaus konnte auch eine Wirkung der peripheren Gefäßerweiterung nachgewiesen werden. Diese Faktoren führen zu einer Erhöhung des Herzzeitvolumens und einer Zunahme der Herzleistung. Die klinische Wirksamkeit von Weißdornextrakten wurde bereits in zahlreichen Studien belegt. Es erweitert Blutgefäße und führt so zur Durchblutung, vor allem in der Region des Herzens. So wird Weißdorn gegen Herzinfarkt vorbeugen und auch bei Angina pectoris helfen. Als weitere Sicherheit vermag er den Blutdruck zu regulieren und kann selbst bei zu niedrigem Blutdruck eingesetzt werden, wofür sich wenige Heilpflanzen eignen. Mit der Einnahme von Weißdornextrakten beginnt, muss allerdings geduldig sein. Die Wirkung lässt selbst bei permanenter Einnahme erst nach einer gewissen Zeit ein.

Verwechslungsgefahr

Sowohl Blüten, Blätter als auch Beeren des Weißdorns dürfen bedenkenlos verzehrt werden. Doch gibt äußerste Vorsicht: giftige Pflanzen, die dem Weißdorn zum Verwechseln ähneln. Eine davon ist die rote Heckenkirsche, die ebenso rote Beeren trägt. Beim gewöhnlichen Geschmack sind es die Blüten, die dem des Weißdorns gleichen.

Rezept für „Herzwohl-Elixier“

Zutaten: 300 ml hochwertigen Weißwein, 100 ml Wodka oder Korn, 1 Bio-Zitrone, 3 bis 4 EL Honig, einige Blätter der Zitronenmelisse, 2 bis 3 Handvoll Weißdornblüten und -blätter (frisch oder getrocknet).

Zubereitung: Weißwein und Wodka in ein Glas füllen und den Honig unter ständigem Rühren auflösen. Dazu kommen die Blüten und Blätter des Weißdorns sowie die Zitronenmelisse. Anschließend die Zitrone in Scheiben schneiden und der Flüssigkeit hinzufügen. Das Glas verschließen und an einem gleichmäßig warmen, aber nicht sonnigen Platz zwei Wochen lang ziehen lassen. Täglich gut schütteln, danach abseihen und in Flaschen füllen. Ein kleines Stamperl vor dem Zubettgehen unterstützt nicht nur das Herz, sondern bewirkt auch einen ruhigen Schlaf.