Der Sonnenhut, Echinacea, wurde durch seine Fähigkeit bekannt, das Immunsystem zu stärken und Infekte im Voraus abzuwehren. Als Heilpflanze kann der Sonnenhut jedoch auch einige Pilze bekämpfen und ist wirksam gegen Entzündungen.

Typische Erkennungsmerkmale

Die Blütezeit der meisten Echinacea-Arten erstreckt sich von Juli bis September. In dieser Zeit bildet der Sonnenhut kreisförmige Blütenkörbe mit Durchmessern bis zu 4,5 cm aus. Die Blütenmitte erinnert an einen Igel, was auch die Namensherkunft der Pflanze erklärt – Echinacea stammt aus dem Altgriechischen und bedeutet Igel. Jeder Blütenkorb besitzt bis zu 300 Röhrenblüten. Die Zungen- oder Strahlenblüten, also die äußeren Blütenblätter, sind beim Purpur-Sonnenhut (Echinacea purpurea) auffällig rosa, purpur bis rosarot gefärbt. Beim schmalblättrigen Sonnenhut (Echinacea angustifolia) meist weiß bis zartrosa.

Die Sonnenhutpflanze hat eine lange Pfahlwurzel, die tief in den Boden hineinreicht. Aus dieser Wurzel sprießt der Sonnenhut jedes Jahr aufs Neue, denn er ist eine mehrjährige Staude.

Anwendung und Wirkung

Der Igelkopf – wie die kleine Sonnenblume im Volksmund genannt wird – enthält Echinacin, ätherisches Öl, Echinacosid, Harzstoffe, Betain, Cellulose, Glukose, Inulin, Pentosan, Vitamin C und Fermente. Gerade in der kalten Jahreszeit und Grippesaison hat der Sonnenhut Hochkonjunktur. Ob als Tinktur, Extrakt oder in Tablettenform hilft er, Erkältung und Grippe vorzubeugen bzw. die Heilung zu beschleunigen. Darüber hinaus wird Sonnenhut auch bei Nebenhöhlenentzündungen, Schnupfen und Halsentzündungen eingesetzt. Laut Phytocodex ist die Wirkung von Sonnenhut zur Behandlung von grippalen Infekten, Bronchitis, Nasennebenhöhlenentzündung, Immunschwäche, Geschwüren und Hautentzündungen wissenschaftlich nachgewiesen.

Achtsamer Umgang: Mittel aus Sonnenhut sollten nicht länger als 8 Wochen eingenommen werden, da es sonst zu einer Schwächung der körpereigenen Immunabwehr führen kann. Mögliche Nebenwirkungen: allergische Reaktionen wie Hautjucken, Ausschläge, Schwellungen und Atembeschwerden.

Geschichten und Sagen

Der Sonnenhut ist ein altes indianisches Heilkraut. Als Allrounder begleitete er die Menschen von der Geburt bis zum Tod. Einerseits soll das Kauen oder Ausspucken kleiner getrockneter Wurzelstücke Schadstoffe aus dem Körper leiten. Andererseits enthalten die oberirdischen Pflanzenteile einen rötlich-orangen Farbstoff, der zum Färben von Seide oder Wolle verwendet wurde. Aufgrund seiner Heilkräfte spielte der Sonnenhut nicht nur eine tragende Rolle in der Behandlung von Krankheiten, vor allem dem Wochenbettfieber, sondern auch im indianischen Totenkult. Auch die ersten Siedler Amerikas schworen auf die Wirkung der Pflanze. Bei Schlangenbissen, Verletzungen und stark eiternden Wunden galt Sonnenhut als wahres Wundermittel.

Tinktur zum Selbermachen

Zubereitung: Frische Blüten, Blätter und Stängel von einer mindestens zwei Jahre alten Pflanze abschneiden, gut reinigen, von den braunen Pflanzenteilen befreien und klein schneiden. Anschließend werden die gewonnenen Pflanzenteile in ein Gefäß gegeben und mit 80-prozentigem Korn aufgefüllt. Wichtig dabei ist, das richtige Verhältnis der Zutaten zu beachten: Die Pflanzen sollen rund 75 % der Flaschenfüllung ausmachen. Der Ansatz soll ungefähr vier Wochen ziehen und anschließend abfiltriert und in Braunglasflaschen gefüllt werden. Die Tropfen werden zur Stärkung des Immunsystems und als unterstützende Maßnahme bei Erkältungskrankheiten eingesetzt.