Das Scharbockskraut, Ranunculus ficaria, ist mit seinen leuchtend gelben Blüten einer der ersten farbigen Hingucker im anbrechenden Frühjahr. Trotz seiner auffallenden Färbung war es jedoch nicht die Optik, die das Hahnenfußgewächs vom Mittelalter bis in die frühe Neuzeit äußerst beliebt machte. Scharbockskraut ist reich an Vitamin C, weshalb es gelegentlich auch noch heute auf den Teller kommt. Als Heilkraut hingegen wird es kaum noch verwendet.

Merkmale und Standort

Das Scharbockskraut ist in den lichten Wäldern Mittel- und Nordeuropas heimisch. Auch auf Wiesen und in Gebüschen kommt es stellenweise in großen Mengen vor. Aus fleischigen Wurzelknollen, die an Feigwarzen erinnern, sprießen mehrere Stiele bis zu 20 cm in die Höhe. An deren Ende bilden sich meist herzförmige Blätter, die auch die Form kleiner Nieren annehmen können. Sie sind gesägt oder gezähnt und glänzend. Oft bilden die Blätter einen dichten grünen Teppich, der den Boden vollständig bedeckt. Die Blüten sind sternförmig und leuchtend gelb.

Wirkung und Anwendung

Der alte Name Scharbock bedeutet Skorbut. Diese Krankheit war vor allem im 16. Jahrhundert nach einer langen Winterzeit ohne ausreichende Versorgung von Vitamin C besonders verbreitet. Aus diesen Gründen wird das Heilkraut meist auch heute noch zur Vorbeugung und Bekämpfung von Krankheiten der Mund- und Magenschleimhaut sowie bei Hauterkrankungen eingesetzt. Wissenschaftlich nachweisen lässt sich der Saponin- und Vitamin C-Gehalt. Heilen lässt sich damit jedoch nicht. Außerlich angewandt setzt das Scharbockskraut bei Lippenherpes seine Wirkung an.

Achtsamer Umgang: Verwechslungsgefahr besteht mit dem giftigen Hahnenfuß. In der Volksmedizin wurde der Saft als Mittel verwendet, kann aber bei längerem Verzehr Schäden verursachen. Auch enthalten alle Pflanzenteile nach der Vollblütezeit (Mai) zunehmend Protoanemonin, das giftig ist.

Scharbockskraut in der Küche

Die Blätter des Scharbockskrauts schmecken pfeffrig, leicht säuerlich und dezent bitter. Sie können in Wildkrautersalaten, Kräutertopfen, Kräuterbutter und als Topping für Gemüsebrotaufstriche verwendet werden. Die Sammelzeit ist dabei entscheidend. Gepflückt werden die noch jungen Blätter im März und April. Der Grund dafür: Vor der Vollblütezeit fällt der Anteil an giftigem Protoanemonin noch gering aus.

Rezept: Scharbockskrautbutter

Zutaten: 250 g Butter, 2 Hände Scharbockskrautblätter, 1 fein geschnittene Zwiebel, 1 fein geriebene Knoblauchzehe, 4 EL Topfen, Salz und Pfeffer.

Zubereitung: Scharbockskraut kleinschneiden und mit den anderen Zutaten gut vermischen. Mit Salz und Pfeffer abschmecken. Der Geschmack lässt sich mit anderen Wildkräutern wie Bärlauch erweitern. Bis zur Verwendung in den Kühlschrank stellen.