Die Schafgarbe, Achillea millefolium, zählt zu den bekanntesten Wildkräutern und Heilpflanzen. Sie spielt eine wesentliche Rolle in der Naturheilkunde und gilt neben dem Heilziest und dem Ehrenpreis als eine der drei „Allheilkräuter“. Ihren Namen verdankt die Schafgarbe dem griechischen Helden Achilles. Der Legende nach soll die Pflanze aus den rostigen Spänen von Achilles“ Speer entstanden sein – einem Speer, der nicht nur verletzen, sondern auch heilen konnte. Und tatsächlich wurde die Schafgarbe bereits im Altertum dazu verwendet, um Wunden zu heilen und Blutungen zu stillen. Auch die kräuterkundige Hildegard von Bingen verwendete das Heilkraut als Mittel gegen Verletzungen jeder Art wie auch zur Behandlung von Augenerkrankungen.
Äußerliche Merkmale
Die Gemeine Schafgarbe ist heute weltweit verbreitet und wird aufgrund ihrer Heilkraft in vielen Ländern professionell kultiviert. Die Sammelzeit der Schafgarbe ist von Mitte Juni bis August. Hier ist das erblühte Kraut mit den angenehm duftenden, weiß bis rosa gefärbten Blüten besonders wirksam. Das Heilkraut gehört zur Familie der Korbblütler, ist eine mehrjährige Pflanze und erreicht Wuchshöhen bis 80 cm.
Zur Unterstützung der Gesundheit
Im Volksmund wird die Schafgarbe auch Bauchwehkraut, Tausendgüldenkraut und Josefskraut genannt. Letzteres geht auf eine Sage zurück, in der Josef, der Verlobte Marias, sich bei seiner Arbeit als Zimmermann schwer verletzt haben soll. Jesus gab ihn unter eine Schafgarbe, wodurch die Wunde geheilt wurde. Das Wort „Garbe“ leitet sich aus dem Altdeutschen ab und bedeutet „gesund machen“.
Wissenschaftlich laut Phytocodex belegt ist ihre Wirkung bei Appetitlosigkeit und dyspeptischen Beschwerden sowie leichten krampfartigen Beschwerden im Magen-Darm-Bereich. Äußerlich kommt es bei juckenden Haut- und Schleimhauterkrankungen in Form von Auflagen oder Bädern zur Anwendung. Schafgarbe enthält ätherisches Öl, Eukalyptol, Gerbstoffe, Flavone, Bitterstoffe und andere bittere Substanzen. Die Bandbreite ihrer Wirkung erstreckt sich von krampflösend über entzündungshemmend, blutreinigend, verdauungsanregend bis zu allgemein lindernd.
Tee mit positiver Wirkung
Für einen Schafgarbentee, der die Verdauung unterstützt, zwei Teelöffel des Krauts mit ca. 300 ml kochendem Wasser übergießen. Diese Mischung 10 Minuten ziehen lassen, damit sich die wertvollen ätherischen Öle entfalten. Es wird empfohlen, nicht mehr als drei Tassen Schafgarbentee einzunehmen. Besteht der Tee aus Blüten, so genügen zwei pro Tag – sie weisen in der Regel höhere Anteile an ätherischen Ölen auf.
Linderndes Bad
Ein Bad mit Schafgarbe tut bei Insektenstichen und bei Sonnenbrand gut. Um seine ganze Wirkung zu entfalten, wird das getrocknete Kraut mit rund einem Liter heißem Wasser übergossen und anschließend 20 Minuten ziehen gelassen.
Schafgarbe in der Küche
Obwohl die Schafgarbe als essbare Wildkraut wenig populär ist, sind die Blätter der Pflanze grundsätzlich essbar. Die zarten Frühlingstriebe können bis zu drei Wochen lang verwertet werden. Der Geschmack ist eher leicht bitter, aromatisch und erinnert mitunter etwas an Karotte. Die Schafgarbe duftet herb-würzig, schmeckt als junge Pflanze würzig, als ältere Pflanze jedoch bitter.
Rezept Schafgarbensirup
Zutaten: 200 g Blüten, 1 kg Zucker und 1 Liter Wasser.
Zubereitung: Alle Zutaten werden aufgekocht, 30 min. stehen gelassen, abgeseiht und in saubere, verschließbare Flaschen gefüllt.
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