Der Sauerampfer, Rumex acetosa, zählt – wie der Löwenzahn und der Giersch – zu jenen Wildkräutern, die wohl am häufigsten verwendet werden. Denn durch seinen angenehm säuerlichen Geschmack lässt er sich in viele Gerichte gut einfügen.
Achtsamer Umgang
Der Ampfer, von denen rund 120 verschiedene Arten bekannt sind, zählt zu den Knöterichgewächsen. Ebenso bekannt ist der Blutampfer, der vor allem wegen seines milderen Geschmacks als Küchenkraut oft bevorzugt wird. Der Sauerampfer liebt feuchte Wiesen und erreicht eine Wuchshöhe von 25 bis 50 cm. Geerntet werden ausschließlich die Blätter, die abhängig vom Gehalt der Oxalsäure dunkelgrün bis rötlich gefärbt sind. Je mehr Oxalsäure enthalten ist, umso rötlicher sind sie. Als Sammelzeit eignen sich die Monate Mai und Juni. Wie bei Rhabarber gilt der 24. Juni als letzter Erntetag. Ab diesem Datum nimmt die Konzentration der Oxalsäure zu und irritiert den Magen.
Reich an Vitamin C
Über den Wert des Sauerampfers gab es in der Vergangenheit unterschiedliche Ansichten. So empfahl ihn der griechische Arzt Dioskurides im 1. Jahrhundert als wertvolles Heilmittel bei Darmerkrankungen sowie Ohren- und Zahnschmerzen, während die naturkundige Hildegard von Bingen im 12. Jahrhundert niederschrieb, er sei allein den Ochsen nützlich, nicht aber dem Menschen. Trotzdem wurde der Wiesenampfer (auch Sauerlump genannt) bereits von den alten Griechen, Ägyptern und Römern gegessen, da das Kraut als probates Hausmittel gegen Vitamin- und Mineralstoffmangel und auch bei Fieber eingesetzt wurde. Der Sauerampfer ist reich an Mineralstoffen, Vitamin C, Oxalsäure, Eisen, Flavonglykosiden, Gerbstoff und Gerbsäure. Laut Phytocodex wissenschaftlich belegt ist die wirksame Kombination mit Eisenkraut, Enzianwurzel, Primelblüte und Holunderblüte bei akuten und chronischen Entzündungen der Nasennebenhöhlen und der Atemwege.
Nachgesagte Wirkung
In der Volksmedizin findet der Sauerampfer eine vielseitige Anwendung. Laut nachgesagter Wirkung soll er die Magen-Darm-Gesundheit verbessern und Verstopfung sowie Durchfall vorbeugen. Ebenso soll er das Herz-Kreislauf-System entlasten und die Gefäße sowie die Arterien erweitern. Demnach würde eine Tasse Sauerampfer-Tee bereits 15 Prozent des täglichen Bedarfs an Eisen abdecken.
Küchen-Tipps
Die enthaltene Oxalsäure verströmt einen aromatischen Duft und verleiht dem Sauerampfer seinen typisch bitteren Geschmack. Vor allem die jungen Blätter eignen sich für die Zubereitung von Suppen, Soßen, als Highlight in Gemüsemischungen und als Beilage zu Fisch, Geflügelgerichten, wie zu Lamm und Kalbfleisch.
Grüne Kosmetik
Sauerampfer hilft bei unreiner Haut, Pickeln und Akne. Entweder man legt die ganzen Blätter auf die betroffenen Hautstellen oder verwendet Kompressen mit warmen Sauerampferaufgüssen, wie Tee zubereitet werden.
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