Die Ringelblume, Calendula officinalis, wurde in alten Zeiten den Frauen, der Liebe und dem Zauber zugeschrieben. Sie sollte dafür sorgen, dass die Liebe unter den Menschen immer neu erblühe. Um dem Ganzen ein wenig nachzuhelfen, schaufelten junge Mädchen die Erde mit dem Fußabdruck ihres geliebten Burschen in ein Gefäß und vergruben darin die Samen der Ringelblume. Denn dem alten Glauben nach war das Gedeihen der Pflanze ein sicheres Zeichen für künftiges Liebesglück: Wie die Ringelblume würde auch die Zuneigung des jungen Mannes wachsen, blühen und nie verwelken.

Auch in der griechischen, römischen, arabischen und indischen Kultur spielte die Ringelblume eine wichtige Rolle. Dort wurde sie zwar nicht für Liebeszauber, wohl aber als Heilpflanze verwendet, denn ihre Anti-Aging-Eigenschaften wussten bereits die alten Ägypter zu nutzen. Diese sind auf den hohen Anteil von Carotinoiden, Phytosterolen und essenziellen Fettsäuren zurückzuführen, den die Pflanze in sich speichert.

Wichtige Merkmale

Die Ringelblume gehört zur Familie der Korbblütler und erreicht eine Wuchshöhe von 30 bis 60 Zentimeter. Ist genügend Platz vorhanden, verzweigt sich der Stängel der einjährigen Pflanze vielfach. Die Blätter sind behaart, unten spatelförmig und nach oben hin kleiner und schmaler werdend. Leuchtend orange-gelb gefärbte Blüten bezaubern von Mai bis mindestens Oktober. In warmen Jahren verlängert sich die Blütezeit sogar bis kurz vor Weihnachten.

Wo die Ringelblume wächst

Als beliebte Garten- und Zierpflanze stellt die Ringelblume nur geringe Ansprüche an die Bodenbeschaffenheit, bevorzugt jedoch einen sonnigen Standort.

Wirkung und Anwendung

Die Wirkung des Korbblütlers ist seit Langem bekannt, auch wenn das ganz unterschiedlich genutzt und geschätzt wurde. Im Mittelalter diente die Pflanze als Ersatz für Safran und wurde überwiegend als Gewürz und zum Färben von Speisen verwendet. Hildegard von Bingen hingegen nutzte die Ringelblume zur Behandlung von Magen- und Darmbeschwerden, obwohl die Pflanze auf diesem Gebiet nicht unbedingt das Nonplusultra galt. So vereint den Anwendungsgebieten der Ringelblume – eine Parallele sein mögen – ist eine wundheilende Wirkung immer vorhanden. Bitterstoffe, Calendula-Saponine, Saponine, Glykoside, Carotinoide, Triterpene, Flavonoide und Phytosterolen. Zur Erntezeit zupft man die Zungenblüten aus den gut aufgeblühten Köpfchen oder bricht ausschließlich bei trockenem und sonnigem Wetter. Die heilsame Wirkung der Ringelblume ist laut Phytocodex wissenschaftlich belegt. Sie fördert die Wundheilung selbst bei schlechter Heilung.

Rezept Ringelblumensalbe

Zutaten: 250 ml Olivenöl oder Rapsöl, 50 g Bienenwachs, 2 Handvoll Ringelblumenblüten.

Zubereitung: Das Oliven- oder Rapsöl in einen Behälter füllen und im Wasserbad rund 70 Grad erhitzen. Ringelblumenblüten dazugeben und 60 Minuten lang ziehen lassen. Abseihen, das Öl nochmals erwärmen und mit dem Bienenwachs vermischen. Durchrühren und in vorbereitete Behälter heiß abfüllen. Beschriften und anschließend kühl und dunkel lagern.