Die Pfefferminze, Mentha piperita, verdankt ihren hohen Bekanntheitsgrad ganz eindeutig ihrem außergewöhnlichen Geschmack. Pfefferminztee wird auch von kerngesunden Menschen gerne getrunken. Kein Wunder, dass ihr unverwechselbares Aroma für viele Speisen, Süßigkeiten und Getränke unabdingbar ist. Doch auch als Heilkraut ist die Pflanze von großer Bedeutung. Pfefferminztee schmeckt nämlich nicht nur gut, sondern lindert auch viele Erkrankungen.

Wo Pfefferminze wächst

Wer nach der ursprünglichen Heimat der Pfefferminze sucht, wird vermutlich in Ostasien fündig werden. Sie ist eine natürliche Kreuzung aus der Wassermünze und der grünen Minze und war in Teilen Mitteleuropas schon in der Mitte des 17. Jahrhunderts bekannt. Der Überlieferung nach hat sie ein Kräuterkundiger namens Göring von Straßburg nach Deutschland gebracht, von wo aus sie auch ihren Weg nach Österreich fand. Denn auch hierzulande findet die Pfefferminze optimale Bedingungen vor. Am liebsten wächst sie auf ausreichend feuchten Böden, wobei sie mittlerweile auch in vielen heimischen Gärten eigens angebaut wird. Trotzdem sollte man sie nicht in Beete, sondern eher isoliert einsetzen. Ihre kriechenden Ausläufer können schnell zur Gartenplage werden.

Wie man Pfefferminze erkennt

Die Gattung der Minzen umfasst etwa 30 bekannte Arten. Populäre Vertreter sind neben der Ackerminze (Mentha arvensis) auch die Polei-Minze (Mentha pulegium) sowie die grüne Minze (Mentha spicata) und die Wasser-Minze (Mentha aquatica). Aus den beiden letzten Arten hat sich die Pfefferminze gebildet, womit sie also als natürlicher Hybrid zählt.

Wirkung und Anwendung

Im alten Griechenland empfahl Aristoteles die Minze als Aphrodisiakum, warnte aber davor, zu viel davon zu nehmen. Vor einer Schlacht war der Verzehr der Pfefferminze ein Tabu, da die gesteigerte Männlichkeit dem Mut und der Kraft der Soldaten im Wege stehen würde. Heute wird Pfefferminze in der Volksmedizin als auch in der Naturheilkunde bei Magenschmerzen, Verdauungsproblemen, Galle- und Leberbeschwerden, Durchfall, Übelkeit, Spannungskopfschmerzen und leichten Erkältungsbeschwerden in Form von Tees oder Dragees eingesetzt. Wissenschaftlich laut Phytocodex belegt ist ihre Wirkung bei krampfartigen Beschwerden im Magen-Darm-Bereich sowie der Gallenblase, bei akutem Katarrh der oberen Luftwege und Mundschleimhautentzündungen.

Pfefferminze enthält ätherisches Öl, Menthol, Methylacetat, Menthon und Menthofuran, Flavone (darunter Menthosid, Luteolin-7-rhamnoglukosid, Rutin und Hesperetin), Triterpensäuren, Lipide (Neutralfette und Freie Fettsäuren).

Achtsamer Umgang: Bei Erstanwendung ist es wichtig, mit nur einem Tropfen Pfefferminzöl zu starten. Bei Überdosierung kann es zu Entzündungen im Verdauungstrakt kommen. Äußerlich angewandt kann Pfefferminzöl zu Hautirritationen führen. Auch der Dauergebrauch von Tees ist nicht zu empfehlen. Das enthaltene Menthol stimuliert die Bildung von Magensäure, wodurch Magenschmerzen auftreten können.

Pfefferminze in der Küche

Unter Kennern gilt die Pfefferminze als hervorragendes Würzkraut. Vor allem in der mediterranen Küche gehört ihr typischer Geschmack zu vielen Gerichten und wird als Sauce, beispielsweise zu Lamm und Roastbeef, serviert. Eine interessante Note geben die Blätter auch Süßspeisen wie Schokoladencreme. Auch von Cocktails ist die Pfefferminze nicht wegzudenken – sie ist wichtiger Bestandteil von Mojito und vielen Bulgursprachen-Gerichten. Wichtig: Topf der gleichzeitig immer wieder zumeist nur frische Pfefferminze verwenden, denn im getrockneten und gemahlenen Zustand schmeckt sie immer schlechter.