Der wilde Oregano, Origanum vulgare, ist besser bekannt unter dem Namen Oregano und getrocknet als Gewürz auf der Pizza fast unentbehrlich. Doch kaum jemand weiß, dass die Pflanze auch in unseren Breiten wild in der Natur vorkommt. Darüber hinaus schmeckt sie nicht nur lecker, sondern wird auch als Heilpflanze verwendet.
Standort und Erkennungsmerkmale
Der Dost bevorzugt trockene, warme Standorte. Man findet ihn vor allem an sonnigen Kalkhängen, Bergwiesen und entlang der Forststraßen. Er gedeiht in ganz Mittel- und Westeuropa, bis hin nach Osteuropa. Als mehrjährige Pflanze wird der Dost bis zu 50 cm hoch. Gefällt es ihm an einer Stelle, wird er von Jahr zu Jahr dichter und entwickelt sich im Laufe des Sommers fast schon zu einem kleinen Busch. Sein rötlich überlaufener Stängel wächst aufrecht. Verfügt die Pflanze über ausreichend Platz, bilden sich in den Blattachseln zahlreiche Seitentriebe. Die Blütenstände der rosa bis weinrot gefärbten Blüten sind doldig und rispenähnlich.
Anwendung und nachgesagte Wirkung
Der wilde Oregano oder Wohlgemut, wie er umgangssprachlich genannt wird, gehört zu der namensgleichen Gattung „Dost“. Zur dieser Pflanzenfamilie zählen auch Majoran, mit dem der Oregano nahezu ident lateinisch und im Volksmund auch als Gemeiner Dost bezeichnet wird. Aufgrund des wohlduftenden ätherischen Öls wird Dost gerne zur Füllung von Kissen verwendet. Auch in der Volksmedizin findet die Pflanze ihren Einsatzbereich. Sie wird laut nachgesagter Wirkung gegen Reizhusten, Magenbeschwerden, Verdauungsbeschwerden, gegen Heuschnupfen und allerlei Frauenbeschwerden eingesetzt. Dasselbe gilt bei gereizten Nerven und beansprucht.
Aus der Kräuterapotheke
Laut Kräuterpfarrer Weidinger kann Dost bei Magen- und Verdauungsbeschwerden wie Luftschlucken, Verstopfung wegen eines Mangels an Magensäure einsetzbar sein. Ein wohltuender Dost-Tee soll wie folgt zusammengestellt und zubereitet werden:
Rezept: Dost-Tee
Zutaten: 1 Teil Dostkraut und Dostblüten, 2 Teile Johanniskraut, 1 Teil Stiefmütterchen.
Zubereitung: Mit einem Liter kochendem Wasser aufgießen, 15 Minuten ziehen lassen und mit etwas Honig süßen. Über den Tag verteilt drei Tassen Tee trinken.
Geschichten und Sagen
Im Mittelalter war Dost der meist gebrauchten Kräuter. Hippokrates zum Beispiel verwendete den Dost zur Geburtsbeschleunigung oder zur Behandlung von Krampfadern und Hämorrhoiden. Darüber hinaus glaubte man, die Pflanze würde auch Hexen abwehren und vor dem Teufel schützen. Zur damaligen Zeit war Dost als „magisches Kraut“ bekannt, durch dessen Anwendung sich Kummer, melancholische und depressive Stimmungen vertreiben ließen. Daher stammt auch der volkstümliche Name Wohlgemut. Um den Dost ranken sich auch etliche Bräuche: In den Brautstrauß gebunden, sollte er böse Mächte fernhalten. Beim Räucherritual verwendet, garantiere er, böse Geister abwehren.
Dost in der Küche
Der Duft von Dost ist würzig. Seine Blätter haben einen scharfen, aromatischen Geschmack mit einer leichten bitteren Note. Als Gewürz kann man Dost sowohl in frischer als auch in getrockneter Form verwenden.
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