Das Mutterkraut, Tanacetum parthenium, ist eine wertvolle Heil- und Zierpflanze, die in Bauern- und Klostergärten gerne kultiviert wird. Die fein gefiederten Blätter und feinen Zungenblüten ähneln sehr der Kamille – was nicht verwundert, denn beide gehören der gleichen Pflanzenfamilie an. Die Blütezeit des Mutterkrauts dauert von etwa Anfang Juni bis Mitte August. Die meist bis zu 2 cm im Durchmesser großen Blüten sind in einer Doldenrispe angeordnet und enthalten zwischen 20 und 25 Einzelblüten.
Das Kraut für Frauen
Schon Dioskurides berichtete in der Antike von der Heilkraft des Mutterkrauts. Wie der Name schon sagt, wurde das Mutterkraut häufig in der Frauenheilkunde eingesetzt. Es galt als Mittel, um Geburten zu erleichtern und Menstruationsbeschwerden zu lindern. Und auch heute noch wird es in der Volksmedizin in der Frauenheilkunde verwendet. Es soll Magenbeschwerden lindern, den Eisprung anregen und den Menstruationszyklus regulieren. Aufgrund seiner krampflösenden Wirkung kann es bei Periodenkrämpfen lindernd wirken. Während der Schwangerschaft stärkt es die Arbeit der Gebärmutter und löst zugleich unangenehme Verkrampfungen, die mit der Geburtsvorgang erschweren. Nach der Geburt fördert das Mutterkraut die Austreibung der Plazenta und auch in den Wechseljahren ist es äußerst dienlich. Es hilft, Hormonmangel auszugleichen, wodurch die typischen Beschwerden gelindert werden.
Eingenommen werden kann das Heilkraut entweder in Form einer Tinktur oder eines Tees.
Mutterkraut-Tinktur
Ein Klassiker in der Volksmedizin ist die Mutterkraut-Tinktur. Dafür werden die Blätter und Blüten in ein Glas gefüllt. Die Pflanzenteile sollen drei Viertel der gesamten Menge füllen. Anschließend kommt 40-prozentiger Alkohol dazu. Danach das Glas verschließen und ca. vier Wochen an einem warmen Ort ziehen lassen. Anschließend wird die Tinktur durch ein feines Sieb geleert, in eine dunkle Glasflasche gefüllt und an einem dunklen, kühlen Ort gelagert.
Zur Vorbeugung von Migräne
Das Mutterkraut, im Volksmund auch Falsche Kamille oder Fieberkraut genannt, wird im Mittelalter wieder als ein wichtiges Heilmittel in der Frauenheilkunde wiederbelebt, auch als Mittel gegen Fieber, Kopfschmerzen und Migräne eingesetzt. Es enthält Chrysanthemol, ätherische Öle, Kampfer, Gerbstoffe und Thymol. Seine zunehmende Bedeutung in der Vorbeugung von Migräne zeigt sich durch einen Ausschnitt aus den Berichten der 16. Schweizerischen Tagung der Phytotherapie im Jahr 2001. Heißt es: „Mutterkraut, ihr Bei Migräne-Vorbeugung. Zwei bis drei Blätter reichen als tägliche Dosis. Nach dreimonatigen täglichen Einnahme haben die Leute festgestellt, dass auch hinterher noch monatelang anfallsfrei waren. Andere machten die Beobachtung, dass Mutterkraut die Intensität der Kopfschmerzen verringert. Getrocknetes Mutterkraut wirkt offenbar genauso wie frisches. Wichtig: Mutterkraut ist ein reines Prophylaktikum, das über einen längeren Zeitraum, wenigstens zwei Monaten täglich eingenommen werden muss. Nebenwirkungen wurden bisher keine registriert.“
Mutterkraut in der Küche
In der Küche findet Mutterkraut nur selten Anwendung, da es sehr bitter ist. Schließlich hilft die Bitterkeit der Pflanze bei Verdauungsbeschwerden. Wer es probieren will, sollte Mutterkraut sparsam verwenden, denn das stark würzige Aroma überdeckt mit zu hoher Dosierung andere Gewürze.
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