Das Mädesüß, Filipendula ulmaria, wuchs ursprünglich in den Auwäldern Mittel- und Osteuropas. Heute ist das optisch markante Kraut in nahezu allen europäischen Ländern beheimatet. Auch in Nord- und Mittelasien fühlt es sich wohl. Ein üppiges Vorkommen an Mädesüß findet man vorwiegend in Ufernähe von Flüssen als auch Stehgewässern wie auf feuchten Wiesen mit nährstoffreichen Böden. Bevorzugte Partner sind Gilbweiderich, Sumpf-Schachtelhalm, Sumpf-Storchschnabel und Echter Baldrian.
Wie man Mädesüß erkennt
Das wohl auffälligste Erkennungsmerkmal ist sein betörender Duft. In der Blütezeit zwischen Juni und August verströmt die Pflanze ein Aroma, das an Honig, Bittermandeln und teilweise auch an Vanille erinnert. Mädesüß zählt zu den mehrjährigen Pflanzen und erreicht eine Wuchshöhe von bis zu 1,50 Metern. Aus dem kriechenden Wurzelstock treiben mehrere kantige Stängel aus, die sich im oberen Bereich verzweigen. Die haarigen Blätter haben einen gesägten Rand, wachsen eher spärlich, verdichten sich jedoch im unteren Pflanzenteil. Die Rispen der weißen Blüten sind in Trugdolden angeordnet.
Inhaltsstoffe und Erntezeit
Der Geißbart, Wilder Flieder oder Wiesenkönigin, wie Mädesüß im Volksmund genannt wird, enthält Acetylsalicylsäure. Mädesüß ist reich an ätherischen Ölen, Salizylsäure-Verbindungen, Flavonoiden, Phenylglykosiden, Gerbstoffen und Vanillin. Die Erntezeit von Mädesüß erstreckt sich von Mai bis November. Die Blätter werden im Mai und Juni, die Wurzelstöcke im April oder zwischen Oktober und November und die Blüten von Juni bis August gesammelt.
Anwendung von Mädesüß
Dass Mädesüß zur unterstützenden Behandlung von Erkältungskrankheiten angewendet werden kann, ist wissenschaftlich belegt. Ebenso wie seine analgetische und antipyretische Wirkung, wodurch es Entzündungen im Körper regulieren kann. Auch in der Volksmedizin wird Mädesüß bei Erkältungen und grippalen Infekten eingesetzt. Bei echter Grippe kann das Kraut Linderung verschaffen. Es wirkt nicht nur fiebersenkend, sondern erleichtert auch Kopfschmerzen und die Abschwellung der Schleimhäute. In der Volksmedizin wird Mädesüß zur Bekämpfung von Ödemen angewendet. Seine harntreibende und entgiftende Wirkung wird ebenso bei Problemen des Bewegungsapparates und des Stoffwechsels eingesetzt.
Beliebter Insektentreffpunkt
Die weiß blühende Pflanze ist für Mensch und Tier von Nutzen. Besonders beliebt ist sie bei Bienen, Hummeln und Schmetterlingen. Die Blüten produzieren zahlreichen Pollen, die vor allem im Juni und Juli reichlich vorhanden sind und auch eine wichtige Nahrungsquelle für Schmetterlingsraupen darstellen. Für die Raupen des Mädesüß-Perlmutterfalters, eine in Europa selten gewordene Schmetterlingsart, sind die haarigen Blätter eine äußerst wichtige Nahrungsquelle.
Kochen mit Mädesüß
Mittlerweile wird Mädesüß nur noch selten als Kochzutat verwendet. Die Blüten haben einen süßlich-mandelartigen und filigranen Geschmack. Sie werden vor allem für Desserts wie Puddings, Sorbets, Cremes und Getränken wie Smoothies und Sirup verwendet. Blätter können im Frühling als gesunde Wildkost in Salaten oder Suppen verarbeitet werden – sie verleihen eine leicht würzig-nussige Note. Je älter die Blätter, umso intensiver der Geschmack. Die Wurzeln haben einen süßlichen Geschmack, welcher der Pastinake ähnelt und für manche eher gewöhnungsbedürftig ist. Sie lassen sich in Suppen oder gedünstet essen.
Rezept: Mädesüßparfait
Zutaten: 3 Eier, 150 g Zucker, 1 Schuss Mädesüßsirup oder Weißwein, 600 g Sahne, 1 Bund Mädesüß.
Zubereitung: Bis auf die Sahne und das Mädesüß werden alle Zutaten in eine Schüssel gegeben und über einem Wasserbad 10 bis 15 Minuten lang aufgeschlagen. Anschließend die heiße Masse in einer Küchenmaschine kalt schlagen und die steife Sahne unterheben. Das Mädesüß hacken und untermengen. Die Eismasse in Formen füllen und 5 bis 6 Stunden einfrieren.
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