Der Löwenzahn, Taraxacum officinale, prägt das Landschaftsbild stärker als jede andere Blume. Während Kräuterwissende ihn als heilkräftigen Vitamin- und Mineralstoffspender sehen, ist er für Gartenfreunde meist nicht mehr als lästiges Unkraut. In unserer Region zählt er zu den bekanntesten Pflanzen, wächst nahezu auf allen Wiesen und ist reich an Bitterstoffen. Seine goldgelben Blüten sind von April bis Mai zu sehen.
Der Löwenzahn ist eine mehrjährige, typisch krautige Pflanze mit einer sehr ausgeprägten Pfahlwurzel. Je nach Nährstoffverfügbarkeit und Standort beträgt die Wuchshöhe zwischen 15 und 45 cm. Die auffallend dunkel- bis hellgrünen Blätter können bis zu 25 cm breit und 40 cm lang werden. Sowohl die Stängel als auch die Leitgefäße der Blätter enthalten den charakteristischen Milchsaft, dessen Produktion mit dem Alter der Pflanze zunimmt. Die weiße Flüssigkeit beinhaltet Bitterstoffe, welche die Pflanze vor Wildfraß und gleichzeitig vor Infektionen schützt.
Anwendung und Inhaltsstoffe
Die Kuh- oder Pusteblume, wie der Löwenzahn im Volksmund genannt wird, gehört zur Pflanzenfamilie der Korbblütler und ist reich an Bitterstoffen, Vitaminen sowie Mineralstoffen. Bis auf den Stängel kommen alle Pflanzenteile zur Anwendung. Die Wurzeln sollten am besten im März oder im Oktober, die Blüten während der Blütezeit im April und Mai und die Blätter von April bis September gesammelt werden. Nach alten Überlieferungen wurde der Löwenzahn vor allem bei Gallen- und Leberbeschwerden, Verdauungsschwierigkeiten, Appetitlosigkeit, Völlegefühl, Blähungen und bei Blasen- und Nierenbeschwerden eingesetzt. Die Anregung der Speichel- und Magensaftsekretion sowie die verdauungsfördernde Wirkung sind laut Phytocodex auch wissenschaftlich nachgewiesen.
Tee mit positiver Wirkung
Über Jahrhunderte hinweg wurde der Löwenzahn von Aberglauben, Legenden und Mythen begleitet. Ihren Namen verdankt die Pflanze dem Aussehen der Blätter. Die tiefen Einschnitte sollen an das Gebiss eines Raubtiers erinnern, weshalb die Bezeichnung „Löwenzahn“ auf den lateinischen Begriff „dens leonis“ zurückgeht. Ins Deutsche übersetzt bedeutet das „Zahn des Löwen“. Nach altem Glauben erfüllt sich jeder Wunsch, wenn man den Körper mit Löwenzahn einreibt.
Bad und äußere Anwendung
Dieses einfache Rezept sorgt für klare und glatte Haut: 1 Hand voll frischer geöffneter Löwenzahnblüten und 2 Tassen Wasser. Die Löwenzahnblüten ins Wasser geben und 15 Minuten lang sieden lassen. Anschließend abkühlen und noch lauwarm sieben. Die Flüssigkeit auf das Gesicht auftragen, antrocknen lassen und danach mit lauwarmem Wasser abwaschen.
Löwenzahn in der Küche
Der Löwenzahn-Sirup bietet eine abwechslungsreiche Alternative zu Honig und eignet sich zum Süßen von Getränken oder Speisen. Aus den Wurzeln des Löwenzahns kann auch ein Kräuterkaffee hergestellt werden – dazu werden sie klein gewürfelt, getrocknet, in einer Pfanne oder auf dem Backblech vorsichtig unter ständigem Wenden geröstet und anschließend in einer Kaffeemühle fein gemahlen.
Rezept: Löwenzahn-Sirup
Zutaten: 2 l Wasser, 4 Hände voll Löwenzahnblüten, 20 g Zitronensäure (oder die entsprechende Anzahl Zitronen), 2 kg Bio-Zucker.
Zubereitung: 2 l Wasser zum Kochen bringen und anschließend auf rund 80°C abkühlen lassen. 4 Hände voll Löwenzahnblüten hinzugeben. 24 Stunden stehen lassen und danach abseihen. Nochmals auf maximal 80°C erhitzen. 20 g Zitronensäure oder die entsprechende Anzahl Zitronen und 2 kg Bio-Zucker einrühren. Heiß abfüllen, rasch verschließen und verdünnt genießen.
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