Das Johanniskraut, Hypericum perforatum, wird seit mehr als 2000 Jahren als Heilpflanze genutzt. Schließlich spendet es Sonne pur. Kaum eine andere Pflanze wird so mit der Sonne assoziiert, denn die Kraft, die es an den späten Tagen des Jahres aufnimmt, gibt es während des dunklen Winters an uns Menschen ab. Die sonnengelben Blüten sind nicht nur hübsch anzuschauen, sondern verfügen über ein breites Wirkungsspektrum: Die wärmenden Sonnenstrahlen wirken in depressive Gemüter. Das wusste schon Paracelsus im Mittelalter.
Anwendung und Wirkung
Das Echte Johanniskraut, auch Echt-Kraut Johanniskraut genannt, hat seinen Namen von Johannes dem Täufer, da es rund um den Johannistag, den 24. Juni, blüht. Es wächst an Wegrändern, Dämmen, in lichten Wäldern und Gebüschen. Johanniskraut wird zwischen 25 und 90 Zentimeter hoch, hat ausgeprägte Kriechwurzeln, einen zweikantigen Stängel und gegenständige, perforierte Blätter, die mit Öldrüsen bedeckt sind. Zur Anwendung kommen das blühende Kraut und die Blüten, deren Inhaltsstoffe wie Flavonoide, Naphthodianthrone, oligomere Procyanidine und Phloroglucinderivate enthalten. Die Wirksamkeit von Hypericum-Extrakten bei mittelschweren Depressionen wurde in klinischen Studien nachgewiesen und ist vergleichbar mit klassischen trizyklischen Antidepressiva, allerdings wesentlich besser verträglich. Während das Trockenextrakt bei psychovegetativen Störungen, depressiven Stimmungszuständen und nervöser Unruhe eingesetzt wird, findet die ölige Zubereitung seinen Einsatz bei dyspeptischen Beschwerden und Verdauungsstörungen. Äußerlich wird Johannisöl zur Behandlung und Nachbehandlung von Verbrennungen und stumpfen Verletzungen, Muskelschmerzen, Hexenschuss und allergischen Reaktionen verwendet.
Rezept Johanniskrautöl
Johannisblut, Herrgottsblut bzw. Sonnwendkraut wird das Johanniskraut im Volksmund genannt. Das daraus gewonnene Öl wurde im Mittelalter gegen den Teufel verwendet. Der Sage nach hat der Teufel persönlich kleinen Löcher in die Blätter gestochen, als er zürnte über jenes Kraut, das die Macht hatte, ihn und alle anderen bösen Geister zu vertreiben.
Zubereitung:
- Sammeln Sie ein Glas voll Johanniskrautblüten an einem sonnigen Tag.
- Gießen Sie gutes Öl (z.B. Olivenöl, Rapsöl) über die Blüten, so dass sie bedeckt sind.
- Lassen Sie diese Mischung einen Tag lang stehen.
- Danach stellen Sie das Öl an einen sonnigen, warmen Platz.
- Bis das Öl tiefrot ist, benötigt Johanniskrautöl drei bis sechs Wochen. In dieser Zeit muss es immer wieder geschüttelt werden.
- Sobald es tiefrot ist, kann es gefiltert und in eine dunkle Flasche abgefüllt werden.
Gute-Laune-Tee
Um einen Tee selbst herzustellen, der richtig gute Laune macht und obendrein noch schmeckt, benötigen Sie 30 g Johanniskraut und 15 g Melissenblätter. Die beiden Heilkräuter vermischen und 1 Esslöffel der Teemischung mit 250 ml kochendem Wasser abgedeckt 10 Minuten stehen lassen. Durch einen Sieb gießen und nach Belieben mit Honig süßen.
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