Der Huflattich, Tussilago farfara, stammt aus der Familie der Korbblütler und trägt seinen Gebrauch als Heilpflanze im Namen. Das lateinische „tussis“ bedeutet Husten und „ago“ lässt sich mit „ich vertreibe“ übersetzen.

Als Schleimlöser bei festsitzendem Husten und als Mittel gegen Erkrankungen der Atemwege ist der Frühlingsbote mit den goldgelben Zungenblüten in der Volksmedizin weit verbreitet. Dass der Huflattich jedoch auch Hautbeschwerden lindern und sogar heilen kann, war bereits den Botanikern und Ärzten im Mittelalter bekannt. Sie verliehen den positiven Eigenschaften von Huflattich im ersten großen Kräuterbuch „Gart der Gesundheit“ von 1485 besondere Erwähnung. Auch der berühmte Kräuterpfarrer Sebastian Kneipp setzte den Huflattich als Auflage gegen offene Geschwüre ein. Zur Wundauflage ließ er die Blätter nur leicht andrücken, ganz im Gegensatz zum griechischen Arzt Hippokrates, der den abgekochten Sud verwendete.

Wo man Huflattich findet

Der Huflattich ist vielerorts verbreitet, weshalb er die meisten Länder Europas, Afrikas und sogar Westasiens seine Heimat nennt. Da das Kraut zu den invasiven Pflanzen zählt, ist es heute auch in Nordamerika und Ostasien anzutreffen. Der Huflattich, auch Brustlattich genannt, wächst an Flüssen und Bächen, auf sandigen Feldern, an Wegen und in Gärten. Wichtig ist ihm ein sonniger Standort. Wächst er im Halbschatten, verlieren seine Blätter an Heilkraft.

Wie man Huflattich erkennt

Je nach Standort und Wintertyp streckt sich die Pflanze zwischen 15 und 30 cm der Sonne entgegen. Eine Besonderheit des mehrjährigen Huflattichs ist, dass zuerst die nach Honig riechenden Blüten aus dem nackten Boden wachsen und erst später die Blätter erscheinen. Ihre etwas eckige, leicht gezähnte Form erinnert an einen typischen Huf. Die Unterseite der bis zu 20 cm breit werdenden Blätter fühlt sich aufgrund der vielen feinen Blatthaare weich an. Auf der Blattunterseite sieht man im Gegensatz zur Oberseite deutliche Adern.

Wirkung und Anwendung

Die Blütezeit von Huflattich erstreckt sich von März bis in den April. Seine Blätter werden im Juni gesammelt. Sie enthalten Schleimstoffe, ätherische Öle, Bitterstoffe, Gerbstoffe, Flavonoide, Salpetersalze, Inulin und Pyrrolizidin-Alkaloide. In der Volksmedizin wird die Pflanze bei Erkältungskrankheiten, chronischer Bronchitis, Asthma, schlecht heilenden Wunden, Durchfall und Schwellungen eingesetzt. Ebenso wird sie zur Erstversorgung von Insektenstichen und als Tabakersatz herangezogen. Wissenschaftlich belegt ist die Anwendung von Huflattich bei akuten Katarrhen der Luftwege mit Husten und Heiserkeit, genauso wie bei akuten und chronischen Entzündungen der Mund- und Rachenschleimhaut. Die empfohlene Tagesdosis liegt bei rund 5,5 Gramm.

Nachdem es in Deutschland Vergiftungen gab, in deren Zusammenhang der Verdacht auf Huflattich als Ursache gemacht wurde, kam es in Österreich zu einem Verwendungsverbot. Später stellte man allerdings fest, dass es bei den seltensten Fällen zu einer Verwechslung des Huflattichs mit der tatsächlich giftigen Pestwurz gekommen war. Das Verbot blieb allerdings bestehen. Apotheken stellen Huflattich-Zubereitungen aus pharmazeutischen Züchtungen her, die frei von Pyrrolizidin-Alkaloiden sind, die in hohen Dosen krebserregend sein können.

Achtsamer Umgang: Eine lang anhaltende und hoch dosierte Anwendung von Huflattich kann nach neueren Untersuchungen die Leber schädigen. Kinder, schwangere und stillende Frauen sollten zur Gänze auf Huflattich verzichten, um eine zu gesundheitliche Schädigung zu vermeiden. Generell gilt: Huflattich darf nicht länger als vier Wochen im Jahr eingenommen werden.