Der Giersch, im Volksmund auch Geißfuß genannt, hat in den Klostergärten des Mittelalters seinen Platz gefunden. Aegopodium podagraria, wie der Giersch in der lateinischen Sprache bezeichnet wird, gehört zur Familie der Doldenblütler. Auch Schierling und Bärenklau zählen zur Familie der Doldenblütler.
Wo man Giersch findet
Erstkundige, Kräuterhexen und auch der Kräuterbergbauer aus Landl wissen, wo der Giersch zu finden ist und vor allem – wo es zu sammeln gilt. Vor allem in halbschattigen Lagen bis zwischen 30 und 50 Zentimeter hoch und liebt feuchte Standorte. Daher findet man ihn vor allem in Gärten, Hecken und in der Nähe von Bächen und Wäldern. Der dreikantige Stängel ist hohl und dreigeteilte Blattmehrteilung. Die 25-zähligen Doldenblüten erscheinen zwischen Juni und August. Aus den Gierschblüten entwickeln sich zweiteilige Spaltfrüchte mit Geißfußform.
Verwechslungsgefahr
Vom Giersch kommen gleich mehrere Pflanzenteile zur Anwendung. Bevor man sich daran wagt, ist es zu beachten, dass die Pflanze im Herbst und Frühling die Frühform zeigt und etwa 3 bis 4 cm lang ist. Den jungen Blättern sollte man beim Sammeln immer große Aufmerksamkeit schenken. Pflanzliebhaber sollten in der Pflanzenwelt nicht nur das Aussehen der Blütenstände beachten. Sehr gefährliche Pflanzen wie die Hundspetersilie oder der Wasserschierling zeigen Ähnlichkeit. Diese Pflanzen sind tödlich giftig.
Zur Unterstützung der Gesundheit
Giersch wartet mit anderen Heilpflanzen vor der Brennnessel, der weißen Taubnessel, Gänseblümchen, dazu gesundheitliche Anwendung ähnlich ist. Giersch unterscheidet sich durch seinen sehr hohen Vitamin-C-Gehalt, viermal so hoch wie Zitronen, sehr hohen Eisengehalt, Kalium und Mineralien. Liest man heutige Aufzeichnungen zur Wirkung soll auch unterstützend bei Wirkung des Stoffwechsels wirken. Die beruhigende Wirkung wirkt sich auch auf das Verdauungssystem und außerdem soll der Giersch laut Hildegard von Bingen bei Ischias, Verstopfung sowie das Gewebe verbessernde Wirkung entgegen Cellulite haben.
Anwendung Giersch-Bad
Bei Gichterschub hat sich wohltuende Anwendung auf Beschwerden der Gicht, Rheuma, Ischias und Blasenentzündung ergeben. Linderung bei Verzehr von Tees.
Sollte sich der Giersch in Ihrem Garten zu sehr wohlfühlen und nahezu Überhand nehmen, ist dann das natürliche Hausmittel: Solchen unbestäubte Anteilen reichlich nicht mehr im Garten Tag aus.
Rezept: Giersch-Brennnessel-Suppe
Zutaten: Je etwa 1 Handvoll Giersch und Brennnessel, 200 g Erdäpfel, 1 Zwiebel, 30 g Butter, 1/8 l Milch, 1 l Wasser, 1 Prise Salz.
Zubereitung: Zwiebel hacken und in Butter glasig dünsten. Erdäpfel schälen, würfeln und in der Zwiebel kurz angehen lassen. Wasser aufgießen, ca. 15 Minuten kochen lassen. Milch zugießen, Salz und Pfeffer dazugeben. Nun die fein geschnittenen Gierschblätter und die Brennnesselblätter zugeben, kurz aufkochen und mit dem Stabmixer pürieren.
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