Der Frauenmantel, Alchemilla vulgaris, gehört zur Familie der Rosengewächse und ist mit anderen Kräutern wie Mädesüß, Odermennig oder Weißdorn verwandt. Als Heilkraut zählt er sich hauptsächlich der Frauenheilkunde wider. So soll es kaum eine Form von Frauenleiden geben, auf die der Frauenmantel keine positive Wirkung hätte. Zumindest wenn es nach der Naturheilkunde geht. Dem Alchemisten, Silbermantel oder Marienkraut, wie der Frauenmantel im Volksmund heißt, wird nachgesagt, regulierend und entzündungshemmend auf den weiblichen Organismus zu wirken und auszugleichen – zum Beispiel nach der Geburt oder in den Wechseljahren.

Wo Frauenmantel wächst

Seine ursprüngliche Heimat liegt im Osten und Asien. Heute ist der Frauenmantel jedoch in weiten Teilen Europas verbreitet. Besonders wohl fühlt er sich auf feuchten Wiesen und Weidegebieten, wobei er auch in unseren Lagen bis 1500 Höhenmeter gut wachsen kann. Die Wuchshöhe variiert je nach Bedingungen zwischen 10 und 30 cm. Die Stängel sind kantig und mit feinen kleinen Härchen überzogen. An ihrem unteren Ende bildet sich eine Rosette mit großen Blättern, die in zahlreichen feinen Spitzen ausläuft. An den jungen Blattspitzen sammeln sich oftmals winzige Tropfen, die im Volksmund auch als Frauentränen oder als Tautropfen beschrieben werden.

Zur Unterstützung der Gesundheit

Schon Hildegard von Bingen pries Frauenmantel als wichtiges Mittel gegen Gebärmutterschmerzen und für die wertvolle Behandlung von Geschwüren und Wunden. Er soll laut nachgesagter Wirkung helfen, auch bei entzündlichen Erkrankungen, Krampfadern, Nervosität oder bei Hitzewallungen. Der Frauenmantel enthält Glykoside, Saponine, Tannine, Gerbstoffe und Mineralstoffe. Die Sammelzeit ist Anfang Mai bis September. Es wird das ganze Kraut gepflückt.

Achtsamer Umgang: Vor allem während der Schwangerschaft und bei Vorerkrankungen wie Bluthochdruck oder Anämien sollte er nicht eingenommen werden. Personen, die Frauenmantel langfristig einnehmen, sollten eine Pause einlegen. Die Anwendung sollte nicht zu lange dauern.

Rezept Tee aus Frauenmantel

Zubereitung: Ein bis zwei Teelöffel Frauenmantelblätter mit 250 ml kochendem Wasser übergießen und anschließend 10 bis 15 Minuten ziehen lassen. Dreimal täglich getrunken soll der Tee gegen Krämpfe helfen.

Hautstraffendes Bad

Frauenmantel ist ein wirksamer Badezusatz für schöne und straffe Haut. Denn nicht nur in Hinsicht auf die Gesundheit, sondern auch in der Kosmetik soll das Heilkraut wahre Wunder wirken: Es verleiht der Haut ein strafferes Aussehen und festigt das Gewebe. Wer es ausprobieren will, gibt einem Vollbad 1 bis 3 Kannen aus gebrühten Frauenmanteltee in das Badewasser.

Frauenmantel in der Küche

Frauenmantel hat einen leicht bitteren, säuerlichen, aber auch angenehmen Geschmack. Trotzdem wird das Kraut in der Küche nur noch selten verwendet. Am besten eignet es sich als Zutat für Wildkrautersalate und Suppen. Dafür sollten jedoch stets die jungen Blätter verwendet werden.