Das Eisenkraut, Verbena officinalis, wurde im Altertum als sagenumwobenes Gewächs sowohl als Heilpflanze als auch zu Opferzeremonien und rituellen Reinigungen verwendet. Trotz Christianisierung hielt sich der Glaube an seine antidämonische Kraft bis in die Neuzeit. Besonders Neugeborene versuchte man vor bösen Geistern zu schützen, indem man bei der Taufe Eisenkraut an die Kleinen band.
Wichtige Merkmale
Das meist mehrjährige Eisenkraut ist eine ausdauernde und typische krautige Pflanze. Ihre Wuchshöhe erreicht zwischen 25 und 80 cm. Die spindelartige Wurzel ist meist größer als der oberirdische Pflanzenteil und kann bis zu 70 cm tief im Boden sitzen. Die Blätter des Eisenkrauts haben eine auffällige Struktur. Sie sind markant gelappt, beidseitig behaart und sitzen am vierkantigen Stängel. Zur Blütezeit von Mitte Juni bis Anfang Oktober bildet das Eisenkraut weiße, rosa bis lila Blüten aus. Jede Blüte besteht aus fünf Kronblättern, die an einer bis zu 9 mm langen Röhre sitzen.
Wo Eisenkraut wächst
Echtes Eisenkraut gehört zur Gattung der Verbenen, die mit über 200 eingegliederten Arten recht zahlreich besetzt ist. Druidenkraut, wie die Pflanze im Volksmund bezeichnet wird, wächst meist auf lichten Standorten wie Brachland, trockenen Wiesen, Wegrändern und Waldlichtungen. In der Regel bevorzugt es nährstoffarme, trockene Böden. Achtung: Eisenkraut ähnelt der Zitronenverbene, mit der es oft verwechselt wird.
Wirkung und Anwendung
Schon der deutsche Gelehrte Hieronymus Bock, der auch als „Vater der Botanik“ bezeichnet wird, wusste um die Wirkung von Eisenkraut. Damals wurde es sogar zur Behandlung von inneren Leiden und außeren Beschwerden verwendet. So kam es bei Geschwülsten, Blasensteinen, Hautunreinheiten und Mundfäule zum Einsatz. Seiner vielfältigen Wirkung kann sich auch heute noch bekannt sein, weshalb es in der Naturheilkunde bei vielen Anwendungsgebieten erfolgreich eingesetzt wird. Eisenkraut soll den Stoffwechsel anregen, bei Kopfschmerzen und Schüttelfrost sowie bei Nervenschwäche vorgehen. In der Wundbehandlung wird Eisenkraut nach wie vor verwendet. Wissenschaftlich laut Phytocodex belegt ist seine Wirkung bei akuten und chronischen Entzündungen der Nasennebenhöhlen sowie der Atemwege. Hierbei wird Eisenkraut in Verbindung mit Enzianwurzel, Primelblüten, Sauerampfer und Holunderblüten eingesetzt.
Traditionelle chinesische Medizin
In Eisenkraut sind adstringierend wirkende Iridoidglykoside, Caffeesäurederivate, Flavonoide, Gerbstoffe, Schleimstoffe, wenig ätherische Öle und kleine Mengen an Triterpenen und Steroiden enthalten. In der traditionellen chinesischen Medizin (TCM) wird es als Heilkraut mit dem Organbezug auf Herz, Leber und Lunge angewendet. Meist wird es aber bei Schlafstörungen, bei nervösen Unruhe- und Stresszuständen sowie von leichteren Angststörungen genutzt. Als Therapiemittel eignet es sich Tees, Kaltauszüge oder Tinkturen.
Rezept Eisenkrauttinktur
Zutaten: 200 g getrocknetes oder 300 g frisches Eisenkraut, 1 Liter 35- bis 40-prozentiger Alkohol.
Zubereitung: Kraut und Alkohol werden in einem fest verschlossenen Gefäß zwei Minuten lang geschüttelt und anschließend für die Dauer von zwei Wochen an einem dunklen und kühlen Ort platziert. Danach wird das Ganze gefiltert und in eine dunkle Glasflasche gefüllt. Kühl aufbewahrt hält die Tinktur zwei Jahre lang.
Anwendung: Rund zehn Tropfen können zwei- bis dreimal täglich innerhalb eines begrenzten Zeitraums eingenommen werden. Alternativ dient die Tinktur als erfrischendes Gesichtswasser. Einfach einen halben Teelöffel in einem Glas Wasser verdünnen und auftragen.
Eisenkraut als Räucherwerk
In Räumen, in denen Geschäfte abgewickelt werden oder Sitzungen stattfinden, ist es ratsam, mit Eisenkraut zu räuchern. Die Pflanze fördert diplomatische Fähigkeiten und macht die Aura sympathisch. Auch vor Prüfungen ist Eisenkraut das richtige Räucherwerk. Es richtet uns innerlich auf und unterstützt die Schutz- und Abwehrkräfte. Darüber hinaus hilft es, die Traumerinnerung zu verbessern.
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