Die große Brennnessel, Urtica dioica, gehört gemeinsam mit 56 Gattungen, die mehr als 2.500 Arten umfassen, einer eigenen Pflanzenfamilie an. In Mitteleuropa sind neben der großen die kleine Brennnessel und die Pillenbrennnessel die häufigsten Vertreter. Das wohl charakteristischste Merkmal sind die Blätter. Sie sind bis zu 20 cm lang und bis zu 15 cm breit, auffallend gesägt, leicht herzförmig und spitz zulaufend. Junge Brennnesselblätter ähneln jenen der roten und weißen Taubnessel, wodurch es manchmal zu Verwechslungen kommt.

Auch „die Brennende“ genannt, wird die Pflanze von Kräuterwissenden aufs Höchste gelobt. Das in den Brennhaaren enthaltene Sekret ruft Quaddeln hervor, welches eine verbesserte Durchblutung durch das Ausscheiden von Schlackstoffen, eine Aktivierung der Muskelzellen und die daraus resultierende verbesserte Beweglichkeit zur Folge hat. Gesammelt wird die Pflanze von März bis August. Die Samen werden im Herbst geerntet.

Zur Unterstützung der Gesundheit

Wissenschaftlich belegt laut Phytokodex ist die Wirksamkeit der Durchspülungstherapie bei entzündlichen Erkrankungen der Harnwege, zur Prophylaxe und Behandlung von Nierengrieß und zur unterstützenden Behandlung rheumatischer Beschwerden. Laut nachgesagter Wirkung soll die Brennnessel auch bei Gicht, Bluthochdruck und unterstützend bei Diabetes helfen. Eine Frühjahrskur mit Brennnessel-Tee, der über mehrere Wochen eingenommen wird, reduziert die Frühjahrsmüdigkeit. Die Brennnessel-Samen geben Kraft und wirken Erschöpfungszuständen entgegen.

Achtsamer Umgang: Durch ihre Nesseln kann es vor allem bei der innerlichen Anwendung von älteren Pflanzen zu Magenreizung und Nierenschädigung kommen. Auch Wurzelpräparate können in manchen Fällen Magen-Darm-Beschwerden hervorrufen. Bei Wasseransammlungen im Körper aufgrund von eingeschränkter Herz- oder Nierentätigkeit dürfen Brennnesseln nicht als Heilmittel angewendet werden. Weitere Risiken: Magen-Darmbeschwerden, Hautausschläge. Dosierung: Die tägliche Einnahme soll 12 g der Blätter oder 6 g der Wurzeln nicht überschreiten.

Tee mit positiver Wirkung

Brennnessel-Jauche kann als natürlicher Dünger für alle Gartenpflanzen verwendet werden. Zur Herstellung wird ein gut gefüllter Kübel mit Brennnesseln benötigt; Wasser auf die Pflanzen gießen, so dass sie gut bedeckt sind. Der Sud muss vier Wochen lang ziehen und wird ab und zu umgerührt.

Bad und äußere Anwendung

Brennnesseln regen die Durchblutung der Kopfhaut an und verbessern die Versorgung der Haarwurzel mit Nährstoffen. Die Haare werden geschmeidig, leicht kämmbar und glänzend. Der Spülung können auch Birkenblätter zugefügt werden, um das Haar noch besser zu stärken und zum Strahlen zu bringen.

Brennnessel in der Küche

Neben den bekannten Brennnessel-Gerichten wie Spinat, Suppe und Pesto kann aus der Pflanze auch ein leckeres Hauptgericht gezaubert werden.

Rezept: Brennnessel-Laibchen mit Kräutersauce

Zutaten: 20 dag Brennnesselblätter für ¼ l Smoothie, 150 g Semmelwürfel, 1 Zwiebel, 1 EL Butter, 10 dag geriebener Käse, 1 Ei, 3 EL Mehl, Semmelbrösel, Salz, Pfeffer, Butterschmalz zum Braten. Kräutersauce: 250 g Joghurt, 125 g Sauerrahm, Salz, verschiedene Wildkräuter (Giersch, Schafgarbe, Bärenklau, Löwenzahnblätter).

Zubereitung: Aus den Brennnesseln einen Smoothie bereiten. Die Zwiebel schneiden und in Butter bräunen. Semmelwürfel und das Ei hinzugeben. Alle Zutaten vermengen, bis eine mittelfeste Masse entsteht. Laibchen formen, in Semmelbröseln wenden und beidseitig braten. Für die Kräutersauce Joghurt, Sauerrahm und Salz vermengen. Die fein gehackten Wildkräuter einrühren, zu den Brennnessel-Laibchen servieren und mit Kräuterblüten garnieren.