Der Beinwell, Symphytum officinale, leitet seinen Namen von „Bein“ (Knochen) und „wellen“ (zusammenwachsen) ab. Über diese Wirkung wusste man schon im Mittelalter Bescheid. Damals haben die Heilkundigen die Pflanze zur Behandlung gebrochener Knochen und zur Wundheilung verwendet. Doch heute kann Beinwell noch viel mehr Indikationen abdecken.

Eine Großfamilie stellt sich vor

Der Echte Beinwell stammt aus der Familie der Raublattgewächse und ist damit ein Verwandter des Borretsch. Die Gattung umfasst rund 50 Arten, die größtenteils im südosteuropäischen, kleinasiatischen Raum und im Kaukasus beheimatet sind.

Wie man Beinwell erkennt

Schwarzwurz, Comfrey oder Wallwurz, wie der Beinwell im Volksmund genannt wird, ist eine ausdauernde Pflanze und kann eine Wuchshöhe von bis zu einem Meter erreichen. Die Blüten sind glockenartig, sind violett oder weißlich und wachsen zwischen Mai und September. Die graue, spindelförmige Hauptwurzel hat viele Verzweigungen und reicht weit tief in den Boden hinein. Die Wurzel ist schwarz-braun, innen jedoch weißlich. Besonders charakteristisch sind seine bis zu 25 cm langen Blätter. Im unteren Bereich werden sie lanzettförmig, im oberen ähneln sie einer Zunge. Auch sie tragen kleine Härchen.

Wie Beinwell wirkt

Wer Beinwell ernten will, muss nicht lange suchen. Am häufigsten wächst er auf sonnigen halbschattigen, feuchten und nährstoffreichen Böden, wobei Untergründe aus Lehm, feuchten Wegrändern oder Gräben bevorzugt werden. Die Heilpflanze enthält Inhaltsstoffe wie Allantoin, Aspartin, Stoff, Schleimstoffe, Asparagin, Alkaloide, ätherisches Öl, Pyrrolizidinalkaloide und darf nur äußerlich angewendet werden. In der Volksmedizin wird Beinwell bei Verletzungen des Bewegungsapparates, Quetschungen, Muskelschmerzen, Gelenkschmerzen, Prellungen, Arthrose, Rheuma und zur Wundheilung eingesetzt.

Risiken und Nebenwirkungen: Beinwell enthält – wenn auch nur in geringen Mengen – giftige Pyrrolizidinalkaloide. Deshalb sollte Beinwell nur auf intakter Haut und nicht auf offene Wunden aufgetragen werden. Auch Einzelpräparate dürfen nicht innerlich angewendet werden. Vorsicht gilt ebenso beim Verzehr der Blätter. Nur kleine Mengen frischer Blätter sind unbedenklich, andernfalls kann es zu Leberschädigungen kommen. Da Kinder und Babys wesentlich empfindlicher auf die enthaltenen Pyrrolizidinalkaloide reagieren, sollte während der Schwangerschaft und Stillzeit ganz auf den Verzehr von Beinwell verzichtet werden.

Zubereitung Beinwellumschlag

Um einen Auszug der Heilpflanze zu erhalten, werden die Wurzeln des Beinwell zerkleinert und zerhackt. Anschließend 50 bis 100 Gramm zehn Minuten in heißem Wasser kochen. Der Sud zerquetschen und nochmals fein abseihen. Das Mittel kann nun als Umschlag mit Mullbinde oder Tuch über die schmerzhafte Stelle gegeben werden.