Der Bärlauch, Allium ursinum, ist in ganz Mitteleuropa beheimatet. Um seine nachgesagte Wirkung weiß man schon lange. Schon die Germanen, Römer und Kelten kannten dieses Gewächs, das zur Pflanzenfamilie der Lauchgewächse gehört. Schon damals wurde der Bärlauch zum Würzen verwendet, denn die Pflanze ist nicht nur wohlschmeckend, sondern auch reich an Vitaminen. Heute wie damals ist der Bedarf an frischem Grün im Frühjahr besonders hoch. Seinen Namen hat der Bärlauch seiner besonderen Wirkung zu verdanken – solch energiereiche Pflanzen wurden damals nach Bären benannt, die für ihre Kraft und Fruchtbarkeit verehrt wurden.

Wo man Bärlauch findet

Der Bärlauch ist eine ausdauernde, krautige Pflanze, die eine Wuchshöhe von etwa 20 bis 30 cm erreicht. Im Frühling gibt es Stellen im Wald, die stark nach Knoblauch duften. Dort wächst der Bärlauch manchmal auch in großen Familien. Denn ist er erst einmal heimisch geworden, breitet er sich gerne üppig aus. Der Bärlauch bevorzugt schattige, feuchte Wälder und humusreiche Standorte. Man findet ihn häufig in Auenwäldern in der Nähe von Bächen. Er ist eine mehrjährige Pflanze, die immer wieder neu erscheint. Die beste Sammelzeit ist von März bis Mai.

Achtsamer Umgang: Die Blätter des Bärlauch, der im Volksmund auch Waldknoblauch, Hexenzwiebel und wilder Knofel genannt wird, ähneln dem Maiglöckchen und der Herbstzeitlose. Doch diese Pflanzen sind giftig. Im Unterschied zu jenen Gewächsen, die ihm ähnlich sehen, treibt der Bärlauch seine Blätter einzeln aus dem Boden. Diese sind deutlich in eine lanzettähnliche Blattfläche und einen dünnen Blattstiel gegliedert. Beim Zerreißen riecht der Saft stark nach Knoblauch. In der Schwangerschaft sollte Bärlauch nicht angewendet werden, da er im Verdacht steht, Aborte auszulösen.

Tee mit positiver Wirkung

Laut der nachgesagten Wirkung besitzen frische Bärlauchblätter einen hohen Anteil an Vitamin C und ätherischen Ölen. Die weiteren Inhaltsstoffe sind Eisen, Magnesium und Spurenelemente. Der Bärlauch soll entschlackend für Magen, Darm und Blut wirken, Arterienverkalkung vorbeugen und den Cholesterinspiegel senken. Somit eignet sich das Power-Kraut gut als Frühjahrskur zur inneren Reinigung.

Bad und äußere Anwendung

Bärlauch kann auch als Tinktur gegen Arteriosklerose und indirekt gegen Bluthochdruck angewendet werden. Um eine Bärlauch-Tinktur selbst herzustellen, übergießt man Bärlauch-Blätter in einem Schraubdeckel-Glas mit Doppelkorn oder Weingeist, bis alle Pflanzenteile bedeckt sind. Diese Mischung muss verschlossen drei bis vier Wochen ziehen, bevor die Flüssigkeit durch ein Sieb in eine dunkle Flasche abgefüllt werden kann. Von dieser Tinktur werden ein- bis dreimal täglich fünf bis maximal zehn Tropfen eingenommen.

Bärlauch in der Küche

Der Bärlauch kann nicht nur wunderbar zur Suppe oder zum Pesto verarbeitet werden, sondern eignet sich auch gut zum Backen. Im Frühjahr ist Bärlauch ein klassisches Wildgemüse.

Rezept: Pikante Bärlauch-Muffins

Zutaten: 1 Bund Bärlauch, ½ Bund Thymian oder Dost, ½ Bund Bergbohnenkraut oder etwas Pfeffer, ½ TL Salz, 150 g Bauerntopfen, 50 g Bergkäse, 170 g Vollkornmehl, 1 TL Backpulver, ½ TL Honig, 200 ml Buttermilch, 2 Eier, Kräuterblüten (Gänseblümchen, Veilchen, Himmelschlüssel).

Zubereitung: Den Bauerntopfen mit Salz, fein geschnittenen Bärlauchblättern, den anderen Gewürzkräutern, Bergkäse, Honig, Buttermilch und den Eiern gut vermischen. Anschließend mit Vollkornmehl und Backpulver vermengen, in Förmchen füllen und bei 160 Grad Heißluft knusprig backen und genießen. Als Verzierung eignen sich Kräuterblüten.