Der Ackerschachtelhalm, Equisetum arvense, zählt zu den ersten Pflanzenarten, die seit mittlerweile 400 Millionen Jahren auf der Erde gedeihen. Gemeinsam mit Farnen und Moosen bildeten sie damals riesige Wälder. Seine Heilkraft war schon im alten Griechenland bekannt. Auch in Mitteleuropa kam Ackerschachtelhalm früh zum Einsatz: Kräuterpfarrer Sebastian Kneipp zog ihn zur Behandlung von Husten, Lungenerkrankungen sowie Bronchialbeschwerden heran und bezeichnete ihn als unersetzbares Heilkraut.
Merkmale und Standort
Den Ackerschachtelhalm findet man hauptsächlich auf der Nordhalbkugel. Vereinzelt ist er auch in Ländern südlich des Äquators anzutreffen, wo er als Neophyt eingeschleppt wurde. Er wächst vor allem auf Äckern, aber auch auf Bahngleisen, an Wiesen, Brachland und an Weglagern. Hauptsache, der Standort ist sonnig und verfügt über einen feuchten Boden mit hohem Lehmanteil.
Ackerschachtelhalme bilden keine Wurzeln, sondern sind durch ein Rhizom im Boden verankert, welches Tiefen von bis zu 2 Metern erreichen kann. Da sich die Pflanze nicht über Blüten, sondern über Sporen vermehrt, zeigen sich im Frühjahr zunächst die Sporentriebe mit kolbenartigen Sporengefäßen an ihrer Spitze. Im Sommer verwandelt sich die Pflanze in ihre endgültige Form: ein längerer Haupttrieb, aus dem die typischen Zweige abstehen.
Anwendung und Wirkung
In der Naturheilkunde kommt die gesamte Pflanze, mit Ausnahme des Rhizoms, zum Einsatz. Gesammelt wird das Heilkraut von Ende März bis August. Die Sprossen können sowohl getrocknet als auch frisch verwendet werden.
Ackerschachtelhalm enthält zahlreiche Wirkstoffe, darunter Kieselsäure und Mineralstoffe wie Kalium und Saponine sowie ätherische Öle. Diese verleihen der Pflanze eine entzündungshemmende, schleimlösende, adstringierende, blutstillende, harntreibende und antioxidative Wirkung. Die wertvolle Kieselsäure besteht aus Silizium und sorgt für die Elastizität in Gefäß- und Bindegewebe. Daher wird das Kraut auch zur Vorbeugung von Cellulite und rheumatischen Beschwerden verwendet.
Vorsicht Verwechslungsgefahr
Ackerschachtelhalm gleicht dem giftigen Sumpfschachtelhalm. Die Unterscheidung ist durch zwei Merkmale möglich: die Farbe an den Unterteilungen der Schachtelabschnitte und die Länge der Sprossen. Während die röhrenartigen, sektionierten Abschnitte des Ackerschachtelhalmes grünlich sind, sind jene des Sumpfschachtelhalmes dunkelbraun bis schwarz. Auch die Sprossenlänge ist entscheidend: Sind die Stängelschnitte kürzer als die Haupttriebe, weist das auf einen Sumpfschachtelhalm hin.
Tee aus Ackerschachtelhalm
Neben der äußerlichen Anwendung bei bestehenden Harnwegsinfekten kann Tee aus Schachtelhalm auch zur Entschlackung oder bei menstruationsbedingten Wechselbeschwerden angewendet werden. Dank seiner hormonstimulierenden Inhaltsstoffe gilt Ackerschachtelhalm als wichtiges Frauenheilkraut und kann bei regelmäßiger Anwendung den weiblichen Hormonhaushalt regulieren.
Zubereitung: Schachtelhalm-Tee
Zutaten: 2 Esslöffel Ackerschachtelhalm, 0,5 l Teewasser.
Zubereitung: Kräuter in das Wasser geben, kurz aufkochen und mindestens 20 bis 30 Minuten lang ziehen lassen. Danach absieben und über den Tag verteilt trinken. Äußerlich angewendet können auch Umschläge oder Wickel mit dem Tee getränkt und auf schmerzende Gelenke gelegt werden. Der Verband sollte lediglich feucht, nicht tropfnass sein, da ein Aufguss aus Ackerschachtelhalm zu Verfärbungen führen kann.
Sammle 21 Kräuter.
Gewinne einen Bitterzauber.
Ein Spiel im Gesäuse. Sammle die Kräuter unseres Bitterzaubers, meistere Berg, Wasser und Fels. Jeder Lauf zählt für die monatliche Verlosung.
Zur Kräuterjagd